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Energieklasse als Verkaufsargument im Exposé

Die EU-weite Energieklasse von A bis G verändert die Vermarktung. Wie Makler den Energieausweis im Exposé als Preisargument nutzen statt als Pflichtfeld.

Energieklasse als Verkaufsargument im Exposé

Mit der EU-Gebäuderichtlinie bekommen Energieausweise EU-weit einheitliche Klassen von A bis G. Laut immowelt-Daten kosten Wohnungen der Klasse A rund 15 % mehr als vergleichbare D-Objekte. Wer die Energieklasse nur als Pflichtfeld abhakt, verschenkt bei guten Objekten Marge und gerät bei schlechten in die Defensive. So nutzt du sie als Verkaufsargument.

EU-Gebäuderichtlinie: eine Skala für ganz Europa

Die EPBD 2024 ist laut dem GEG-Infoportal des BBSR seit 28. Mai 2024 in Kraft, die Mitgliedstaaten mussten sie bis Ende Mai 2026 in nationales Recht umsetzen. Sie bringt die einheitlichen Klassen von A bis G, optional ergänzt um A+. Dazu kommen digitale Energieausweise, und Neubauten müssen ab 2030 Nullemissionsgebäude sein.

Für dich als Makler heißt das: Interessenten können Energieklassen künftig leichter vergleichen, weil überall dieselbe Skala gilt. Die Klasse wird damit zum Qualitätsmerkmal, das jeder Käufer auf den ersten Blick einordnet. Wichtig dabei: Die nationalen Umsetzungsgesetze in Österreich und Deutschland sind zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch im Fluss. Welche Kennzahlen genau ins Inserat müssen, regeln die Länder unterschiedlich. Prüfe deshalb vor jeder Veröffentlichung den aktuellen Stand für deinen Markt.

Effizienz hat einen messbaren Preis

Eine immowelt-Analyse auf Basis von Inseraten aus 2025 zeigt mit einem hedonischen Preismodell, wie stark die Energieklasse den Angebotspreis beeinflusst. Wohnungen der besten Klasse A+ kosten demnach rund 20 Prozent mehr als vergleichbare Objekte der Klasse D. Klasse A liegt rund 15 Prozent darüber, Klasse B noch rund 8 Prozent.

Auch nach unten ist der Effekt deutlich. Häuser der schlechtesten Klasse H liegen rund 17 Prozent unter vergleichbaren D-Objekten, Wohnungen der Klasse H rund 9 Prozent darunter.

Die Auswertung stammt aus dem deutschen Markt. Vergleichbare österreichische Analysen liegen derzeit nicht öffentlich vor, der Mechanismus wirkt aber in beiden Märkten: Käufer rechnen Energiekosten und Sanierungsbedarf in ihr Angebot ein.

Für deine Arbeit bedeutet das zweierlei. Eine gute Klasse ist bares Geld wert und gehört prominent in die Vermarktung. Eine schlechte Klasse ist ein Preisfaktor, den du beim Eigentümer früh ansprechen solltest, bevor der Markt es für dich erledigt.

Energieausweis mit Farbskala von A bis G liegt neben Exposé-Unterlagen und Taschenrechner auf einem Schreibtisch

So wird eine gute Klasse zum Verkaufsargument

In vielen Exposés steht die Energieklasse irgendwo in der Tabelle zwischen Baujahr und Heizungsart. Dort überzeugt sie niemanden. Hol sie nach vorne und übersetze sie in Nutzen.

Statt der nackten Angabe "Energieklasse A" schreibst du zum Beispiel: "Energieklasse A: Diese Wohnung heizt günstig. Die niedrigen Energiekosten entlasten das Haushaltsbudget Monat für Monat." Oder mit Blick nach vorn: "Energetisch ist hier alles erledigt. Keine absehbaren Sanierungskosten, keine teuren Überraschungen in den nächsten Jahren."

Zwei Blickwinkel tragen dabei fast jede Formulierung: die Betriebskosten, weil sie für Käufer sofort spürbar sind, und die Zukunftssicherheit, weil niemand kurz nach dem Kauf in eine Sanierung rutschen will. Damit die Kennwerte dabei verlässlich stimmen: In Vividomo pflegst du die Energiedaten einmal in der Objektverwaltung, und der KI-Exposé-Generator übernimmt sie automatisch korrekt ins Web-Exposé und ins PDF. Du konzentrierst dich auf die Argumentation, die Pflichtangabe bleibt konsistent.

Ehrlich bleiben bei schlechten Klassen

Eine Klasse F oder G verschwindet nicht, wenn du sie klein druckst. Interessenten sehen sie spätestens im Energieausweis bei der Besichtigung. Geh deshalb offensiv damit um.

Drei Dinge haben sich bewährt. Erstens: Lass das Sanierungspotenzial von einem Energieberater beziffern. Ein Satz wie "Laut Energieberater ist mit neuer Heizung und Dämmung eine deutlich bessere Klasse erreichbar, die Kostenschätzung liegt dem Exposé bei" gibt Käufern eine Rechengrundlage. Zweitens: Sprich mit dem Eigentümer über Preisrealismus. Die immowelt-Zahlen oben sind dafür ein nüchternes Werkzeug. Der Markt preist schlechte Effizienz bereits ein, ob sie im Exposé betont wird oder nicht. Drittens: Denk an die passende Zielgruppe. Sanierer und Kapitalanleger suchen gezielt Objekte mit Potenzial. Für sie ist eine schlechte Klasse mit klarer Sanierungsperspektive ein Einstiegsargument.

Älteres Einfamilienhaus mit Gerüst während einer energetischen Sanierung, davor Dämmmaterial

Was Eigentümer jetzt von dir wissen wollen

Die neue Richtlinie verunsichert viele Eigentümer. Muss ich sanieren? Was ist meine Immobilie mit Klasse E noch wert? Brauche ich einen neuen Ausweis? Genau hier liegt deine Chance im Erstgespräch.

Wer diese Fragen souverän einordnen kann, positioniert sich als Profi und holt den Alleinauftrag. Bereite dich auf drei Gesprächssituationen vor: die Einordnung der Klasse im lokalen Markt, die Preiswirkung anhand belastbarer Daten und den Verweis an Energieberater für konkrete Sanierungsfragen. Bei rechtlichen Details bleibst du vorsichtig. Die Umsetzung läuft in Österreich und Deutschland unterschiedlich, und der Stand ändert sich laufend. Ein Satz wie "Den aktuellen rechtlichen Stand klären wir gemeinsam mit Ihrem Energieberater" wirkt seriöser als jede gewagte Pauschalaussage.

Fazit

Die Energieklasse wird durch die EU-weite Vereinheitlichung sichtbarer und vergleichbarer, und die Preisdaten zeigen: Der Markt bewertet sie längst. Wer sie im Exposé nur als Pflichtfeld abhakt, verschenkt bei guten Objekten Marge und gerät bei schlechten in die Defensive. Übersetze die Klasse in Betriebskosten, Zukunftssicherheit und Sanierungsperspektive. Dann arbeitet sie für dich.


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